SOFT COSTS_Money over World.Wiesen

Nanna Abell, Rosa Aiello, Benedikte Bjerre, Karoline Dausien, Adam Fearon, Freja Sofia Kirk, Hannah Levy und Lina Selander.SOFT COSTS ist die erste institutionelle Ausstellung der Serie “Money Over World” – ein Projekt der Künstlerin Benedikte Bjerre und Cultural Avenue. Die Ausstellung ist von Benedikte Bjerre organisiert und zeigt Arbeiten von Nanna Abell, Rosa Aiello, Benedikte Bjerre, Karoline Dausien, Adam Fearon, Freja Sofia Kirk, Hannah Levy und Lina Selander.

Obgleich sich die Arbeiten der acht internationalen Künstler in Form und Medium grundlegend unterscheiden, vereinen diese in SOFT COSTS Aspekte, die inhaltlich an “Money over World”  – dessen Inspiration auf den deutschlandweit-bekannten Immobilienskandal der S&K Immobiliengruppe zurückzuführen ist, anknüpfen.

Der Titel der Ausstellung bedient sich des Fachjargons der Bauindustrie, wo Soft Costs – oder ‘indirekte Kosten’ all die Ausgaben beschreiben, die nicht direkt in die Baukosten mit einfließen, jedoch für die Fertigstellung des Projekts unumgänglich sind. Beispiele hierfür sind Honorare für Architekten, Anwälte oder Statiker, sowie Finanzierungskosten. In diesem Sinne weisen die Exponate auf Themen, Strukturen und Systeme hin, die sich im Hintergrund des Betrugs abspielten und dennoch ein essentieller Bestandteil des Großen und Ganzen wurden.

Das Interesse liegt hier im Wesentlichen bei den sozio-ökonomischen Elementen eines solchen Falles. Demnach resultiert ein rascher Vermögenszuwachs häufig in verschwenderischem Verhalten und einem Lifestyle der dies zelebriert, getrieben durch die Gier nach immer mehr Geld und auch Macht. Hierfür ist der S&K Immobilienbetrug ein prädestiniertes Beispiel.

Die Ausstellung kristallisiert ein Interesse der Künstler an sozialen Systemen und Strukturen, an körperlichem Verhalten und Empfinden im Ausstellungsraum, sowie an der ästhetischen Form und Oberfläche von Objekten.  Bezieht man dies auf den S&K Skandal, so lässt sich ein Fokus auf den Körperkult, Lifestyle und das exzessive Verhalten der beiden Unternehmensgründer feststellen. Diese erregten nicht nur durch den ca. 300 Millionen Euro schweren Betrug Aufsehen, sondern waren darüber hinaus vor allem für ihre extravaganten Feiern und ihren opulenten Geschmack bekannt – Partys mit Elefanten oder Zebras, schnelle Autos und Helikopterflüge standen auf der Tagesordnung. Schlussendlich gelang es jedoch nicht,  dieses System aufrecht zu erhalten – die Illusion verflog und unter der glänzenden und funkelnden Oberfläche trat eine Vernetzung krimineller Machenschaften und Bereicherungen auf Kosten Dritter, zum Vorschein.